Was bedeutet das neue Personal an der Spitze von EZB und Europäischer Kommission für Ihr Anleiheportfolio?

Dienstag, 06. August 2019

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Wer wird die wichtigsten europäischen Institutionen in Zukunft führen?

Die Ernennung von Christine Lagarde zur EZB-Präsidentin und die Wahl von Ursula von der Leyen zur Kommissionschefin sind zweifellos zwei der denkbar besten Kompromisse. Beide Frauen sind sehr erfahren und wollen die Europäische Union stärken.

Fest steht, dass beide eher Politikerinnen als Technokratinnen sind. Dies ist eine wichtige Neuerung für die europäischen Institutionen. Für weitere Schlussfolgerungen ist es aber noch zu früh.

       

Wichtige Auswirkungen auf den Euroraum

Die Rolle der Kommission wird unweigerlich politischer.

So dürften die Handelsgespräche mit den anderen Ländern im Mittelpunkt stehen. Der mehrjährige Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027, der zurzeit ausgehandelt wird, ist entscheidend für die Entwicklung des Euroraums. Ein gemeinsamer Haushalt mit automatischen Stabilisatoren ist un-wahrscheinlich, doch gibt es großen Konsens über die Kapitalmarktunion.

Man könnte dann die hohe Ersparnisbildung des Euroraums – 2018 waren es 340 Milliarden Euro mehr als die Summe der Investitionen – für konkrete, dringend nötige Projekte nutzen. Dazu zählen die Energiewende, die digitale Innovation und die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen. Auch würde die makroökonomische Anpassung im Euroraum erleichtert.

      

Was geschieht jetzt bei der EZB?

Bei der EZB dürfte Lagarde Draghis Politik fortsetzen. Außerdem müssen EZB und Regierungen in der nächsten Finanzkrise eng zusammenarbeiten. Lagarde ist es gewohnt, mit Staats- und Regie-rungschefs zu sprechen.

Da sich der Konjunkturausblick für den Euroraum verschlechtert und die Inflation niedrig ist, glau-ben wir, dass die EZB die Leitzinsen senken wird, wenn die Fed ihren Leitzins deutlich verringert und/oder der Euro aufwertet. Wir erwarten deshalb, dass sich die Rhetorik der EZB ändert und sie die Möglichkeit von Zinssenkungen explizit erwähnen wird.

Schließlich rechnen wir damit, dass die EZB im September ein neues Quantitative-Easing-Programm mit Schwerpunkt Unternehmensanleihen bekannt gibt. Die EZB wird „alles Nötige“ tun, um eine Krise im Euroraum zu vermeiden.

       

Chancen für Anleihen

Auf dem derzeitigen Renditeniveau reagieren die Marktteilnehmer sehr sensibel auf bessere Kon-junkturdaten. Da die Notenbanken jetzt expansiver sind, rechnen wir aber nicht mit einem deutli-chen Renditeanstieg. Vielmehr gehen wir davon aus, dass die Investoren weiter nach höheren Ren-diten Ausschau halten.

Dabei könnte eine negative Einschätzung Italiens sehr teuer werden, da das Land wohl einem Defi-zitverfahren entgehen wird. Die Investoren sollten sich hier eher neutral positionieren und gegebe-nenfalls auf eine Verflachung der Zinsstrukturkurve setzen. Auf der Jagd nach höheren Renditen wären nachrangige Unternehmensanleihen möglicherweise interessant. Sie könnten attraktive Risikoprämien bieten – bei einer guten Kreditqualität, geringen Durationsrisiken und einer recht ordentlichen Liquidität.

Wir möchten noch einmal betonen, dass die Anleihemärkte auch weiterhin viele Chancen bieten, insbesondere bei langlaufenden Staatsanleihen, mit denen man auf eine Verflachung der Zins-strukturkurve setzen kann. Hinzu kommt, dass sich die Spreads nicht auf Allzeittiefs befinden. Auch dürften die Spreads von Investmentgrade-Anleihen bei einem stärkeren Engagement der Noten-banken nicht mehr so stark streuen. Es könnte sich daher auszahlen, auf günstig bewertete Credits zu setzen.

         

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Die Investition in einen Fonds birgt ein hohes Maß an Risiko, wie z.B. Kapitalverlustrisiko - Basisrisiko - Volatilitätsrisiko. Bitte lesen Sie vor jeder Investition die detaillierten Beschreibungen der wichtigsten Risiken, die im KIID und im Prospekt aufgeführt sind.