Größe kommt dem Anleger in jedem Fall entgegen

Donnerstag, 28. April 2022

Interview, Corporate

                      

Das Jahr 2022 begann mit einem Paukenschlag. Seit dem 1. Januar 2022 gehört Lyxor ETF zu Amundi Asset Management. Durch den Zusammenschluss von Amundi ETF und Lyxor ETF ist der größte europäische ETF-Anbieter entstanden. Mit einem gemeinsamen, in mehr als 300 ETFs verwalteten Vermögen von über 180 Milliarden Euro per Ende 2021 ist ein wahrer „ETF-Gigant“ entstanden. In Deutschland ist Amundi an zwei Standorten vertreten: in München und in Frankfurt. Der Zusammenschluss der beiden ETF-Anbieter ist ein guter Anlass für ein Gespräch mit Christian Pellis.

Christian Pellis

Seit Anfang 2021 leitet Christian Pellis das Deutschlandgeschäft von Amundi. Allerdings ist der gebürtige Niederländer schon seit 2013 für den Vermögensverwalter Amundi tätig. Zuvor sammelte er bei verschiedenen internationalen Asset Managern Erfahrung und konnte dadurch einen sehr breiten Einblick in die Fondsindustrie und auf die Kapitalmärkte gewinnen.

                                                      

Herr Pellis, die erste Frage an Sie muss natürlich lauten: Wie fühlen Sie sich an Ihrem persönlich noch relativ neuen Standort Deutschland?

Christian Pellis: Ich fühle mich in München und in Deutschland sehr wohl. Die Übernahme der Verantwortung für Amundi in Deutschland mag zwar beim Blick von außen neu und ungewohnt erscheinen, aber erstens kannte ich die Kolleginnen und Kollegen in Deutschland bereits durch meine vorherige Tätigkeit bei Amundi sehr gut und zweitens ist es nicht meine erste berufliche Station in Deutschland. Um genau zu sein, ist es sogar das dritte Mal, dass ich nach Deutschland gezogen bin.

Das erste Mal war vor dreißig Jahren, als ich für zwei Jahre in Berlin lebte und anschließend mein Studium in den Niederlanden beendete. Das zweite Mal kam ich für meine Tätigkeit bei einem britisch-amerikanischen Asset Manager nach Deutschland. Und jetzt zum dritten Mal, was sich ein bisschen so anfühlt, als würde ich wieder nach Hause kommen. Dabei hilft natürlich, dass ich die deutsche Sprache beherrsche.
                               

Waren Ihre Erfahrungen hierzulande der Grund, warum Amundi Sie als CEO nach Deutschland geschickt hat?

Sicherlich war es einer der Gründe. Wichtig war mir persönlich bei dem Wechsel, dass ich gerne die Verantwortung für ein Land und damit einhergehend alle Geschäftseinheiten übernehmen wollte. Das Angebot von Amundi, als CEO die Verantwortung des Geschäfts in Deutschland zu übernehmen, kam daher zum richtigen Zeitpunkt.
                              

Was ist jetzt als CEO anders als bei Ihren vorherigen Aufenthalten hier?

Wie schon angedeutet, bin ich jetzt nicht mehr ausschließlich für den Vertrieb zuständig, sondern verantworte als CEO auch die Bereiche Investments sowie alle operativen Einheiten. Meine Arbeit ist dadurch vielfältiger geworden. Als angenehm empfinde ich im Zusammenhang mit dem Wechsel auch, dass ich bei meiner jetzigen Tätigkeit nicht mehr permanent unterwegs bin. In meiner vorherigen Rolle bin ich viel gereist und habe dabei Amundi-Standorte auf der ganzen Welt gesehen. So konnte ich viel über unterschiedliche Kulturen und Länder lernen, was ich sehr zu schätzen weiß – jetzt bin ich aber froh, in München eine neue Heimat gefunden zu haben. Was übrigens nicht heißt, dass ich nicht mehr reise. Da wir in Deutschland an zwei Standorten präsent sind und ich mit unseren Vertriebskollegen auch Kundentermine wahrnehme, bin ich natürlich immer noch unterwegs. Darüber hinaus ist mir wichtig, dass ich regelmäßig in Frankfurt bin, in unserer Amundi-Niederlassung und im Büro bei unseren neuen Kollegen von Lyxor. Ich schätze nichts mehr als den direkten Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen – denn gerade in der momentanen Phase gibt es viele Themen zu besprechen und der persönliche Kontakt ist mir wichtig.
                   

Mancher unserer Leser ist mit dem Namen Amundi vielleicht noch nicht ganz so vertraut. Können Sie uns bitte etwas mehr über Amundi erzählen?

Das mache ich sehr gerne! Amundi Asset Management, so die offizielle Bezeichnung, ist der größte europäische Vermögensverwalter mit über 2.000 Milliarden Euro an verwaltetem Vermögen und Standorten an den wichtigsten Finanzmetropolen der Welt. Damit gehörte Amundi per Ende 2021 weltweit zu den zehn größten Vermögensverwaltern. Der offizielle Start von Amundi in Deutschland war 2010. Im Zuge der Übernahme von Pioneer Investments 2017 wurde daraus die Amundi Deutschland GmbH als Kapitalverwaltungsgesellschaft. Dies war uns besonders wichtig, da wir so für unsere institutionellen Kunden in Deutschland auch Mandatslösungen auflegen können. Über Pioneer Investments, die zu den ersten ausländischen Fondsgesellschaften mit einer Niederlassung in Deutschland gehörten, können wir übrigens auf insgesamt über 50 Jahre Erfahrung im deutschen Markt zurückblicken.

Ich schätze nichts mehr als den direkten Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen - der persönliche Kontakt ist mir wichtig.

                                     
In Ihrer Antwort heben Sie hervor, dass Amundi nicht nur einer der größten Vermögensverwalter weltweit, sondern der größte europäische Vermögensverwalter ist. Durch den Zusammenschluss von Amundi ETF mit Lyxor ETF wird Amundi zugleich größter europäischer Anbieter bei börsengehandelten Indexfonds.

Das ist vollkommen richtig. Mit der Übernahme von Lyxor verwaltet Amundi insgesamt über 180 Milliarden Euro in ETFs. Damit sind wir der größte europäischstämmige ETF-Anbieter und global betrachtet der zweitgrößte in Europa. Als Amundi bieten wir unseren Kunden aktive sowie passive Lösungen an. So können wir Investoren mit umfassenden Antworten auf unterschiedliche Anlagebedürfnisse unterstützen. Und das mit sehr langer Erfahrung. Dabei sind uns institutionelle Investoren und Privatanleger gleichermaßen wichtig.
                             

An dieser Stelle wollte ich gerade einhaken: Welche Bedeutung haben Privatanleger für Sie?

Eine sehr große! Die Anlagewelt ist in den vergangenen Jahren auch wegen des niedrigen Zinsniveaus immer komplexer geworden. „Was kann und muss ich unternehmen, um auch im Alter finanzielle Freiheiten zu haben?“, fragen sich viele Privatanleger. Zu Recht! Auch wenn der Satz unangenehm klingt: Altersvorsorge tut Not. Und da ist die Lösung manchmal recht einfach und naheliegend, denn ETFs sind ideale Instrumente, um unmittelbar mit dem langfristigen Vermögensaufbau zu beginnen.
                                            

Aber bedeutet dies nicht einen hohen Aufwand für die Anleger?

Aus unzähligen Analysen und Untersuchungen wissen wir, dass Zeit und Kosten in der Tat entscheidende Faktoren für Anlageentscheidungen sind – neben der Regelmäßigkeit und der Anlagedisziplin. Aus diesem Grund unterstützen wir zum Beispiel das Anlegen über ETF-Sparpläne. Ein Blick auf unsere Internetseite oder in unsere Sparplanübersicht lohnt sich da in jedem Fall. Wichtig ist uns, unseren Kunden Anlagelösungen bieten zu können, die am besten zu ihrem Bedarf passen. Natürlich kann das für die eine Person ein passiver ETF sein, wohingegen für die andere das aktive Management die richtige Lösung darstellt, und wiederum für eine andere Person vielleicht eine Kombination aus aktiv und passiv verwalteten Fonds die geeignetere Lösung ist.
                                              

Wenn ich Sie bitte, die Vorzüge des Zusammenschlusses von Lyxor ETF mit Amundi ETF in einem Satz zusammenzufassen, was würden Sie mir antworten, Herr Pellis?

Ich würde Ihnen zwei Antworten oder zwei Sätze geben. Wobei Sie es mir leicht gemacht haben, denn den ersten Teil habe ich Ihnen schon gegeben und der zweite Teil der Antwort hängt unmittelbar mit dem ersten zusammen: Der langfristige Anlageerfolg ist unter anderem von den Kosten abhängig. Diesen Teil hatten wir bereits. Um aber die Kosten gering zu halten und dennoch ein umfassendes ETF-Angebot langfristig sicherstellen zu können, das auch das Thema Nachhaltigkeit berücksichtigt, bedarf es als Vermögensverwalter einer gewissen Größe. Und Amundi verfügt über diese Größe. Anders ausgedrückt: Größe kommt dem Anleger bei der Umsetzung seiner Anlageziele entgegen. Der Mehrwert wird also sein, dass wir Anlegern noch mehr innovative Produkte bieten können und sich die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Inhaltlich also ein Zugewinn für unsere Anleger.

Mit der Übernahme von Lyxor verwaltet Amundi insgesamt über 180 Milliarden Euro in ETFs.

                        

                                     

Erlauben Sie mir eine letzte Frage: Für unsere Leser ist der Name Lyxor ein gut eingeführtes Markenzeichen. Was wird sich zukünftig für Lyxor-Kunden ändern?

Die Bekanntheit der Marke Lyxor in Deutschland ist definitiv auf die gute Aufstellung und die Historie des Hauses am deutschen Markt zurückzuführen. Mit der Übernahme durch Amundi werden sich diese Wurzeln zum einen verstärken – denn wir werden vom Zuwachs an Kolleginnen und Kollegen und zusätzlicher Managementkompetenz profitieren – und zum anderen werden sich umfangreiche internationale Optionen auftun. Die eindeutigen Stärken von Amundi sind eine führende Technologie im Finanzbereich und eine Vorreiterrolle beim Thema Nachhaltigkeit, das für alle Anleger immer wichtiger wird. Konsequent ist es daher auch, dass wir bei der Übernahme von Lyxor sehr behutsam und flankiert von einer umfassenden Kundenkommunikation vorgehen werden. Gemeinsam werden wir in Zukunft von Amundi ETF sprechen. Wie bereits gesagt: Wir sind davon überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Zusammenschluss beider etablierter Marken ist und dass dies ganz klar einen eindeutigen Mehrwert für alle unsere Anleger darstellt.

                                        

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben, Herr Pellis!