Swap-basierte ETFs – Struktur, Liquidität, Handel
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Swap-basierte ETFs – Struktur, Liquidität, Handel:
Einblicke von Amundi und Societe Generale
Im Profi-Webinar „Swap-basierte ETFs“ am 30.04. erörterten Tidjan Schäfer, Head of Distribution Coverage & Liquidity Expertise bei Amundi Deutschland und Frank Mohr, Head ETF Sales Trading bei Societe Generale Corporate and Investment Banking, die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten von synthetischen und physischen ETFs.
Einige wichtige Aussagen haben wir hier kompakt für Sie zusammengefasst.
Was ist ein Swap-basierter ETF und wie unterscheidet er sich von einem physisch replizierenden ETF?
Während ein physischer ETF sämtliche Aktien und Bonds des jeweiligen Index in der entsprechenden Gewichtung in ein Portfolio einkauft, erwirbt ein synthetischer ETF über einen Swap (engl. für „Tausch“) das Versprechen einer Investmentbank, die Wertentwicklung des Index zu liefern bzw. zu zahlen. Welche Wertpapiere die Investmentbank konkret verwendet, ist dabei völlig unerheblich.
Dieser Tausch birgt im Gegensatz zum physischen Pendant ein zusätzliches Risiko: das sogenannte Kontrahentenrisiko. Was ist das und wie relevant ist es in der Anlagepraxis?
Sollte der Vertragspartner des Tauschhandels, in der Regel eine Investmentbank, seinen Verpflichtungen aus dem Swap nicht oder nur teilweise nachkommen können – etwa, weil der Kontrahent insolvent wird – so könnte das zu Verlusten bis hin zum Totalausfall führen. Im Zuge der Finanzkrise infolge der Pleite von Lehman Brothers wurde das zu Recht zu einem wichtigen Thema. Seither hat die Branche allerdings viel Energie aufgewendet, um dieses Risiko sehr stark zu reduzieren.
Beispielsweise dient heute zur Absicherung des Zahlungsversprechens der Substitute-Basket, der die konkreten Wertpapiere enthält, mit deren Hilfe die Wertentwicklung des Index abgesichert werden soll. Im Falle des S&P 500 sind das beispielsweise andere hochqualitative Aktien, die als Sicherheit für den ETF dienen. Zudem wird die Wertentwicklung des Index zumeist täglich ausgezahlt oder verrechnet, sodass das Risiko des Zahlungsausfalls sich im Prinzip nur auf einen oder wenige Tage beschränkt. In der Praxis sind synthetische ETFs also durchaus abgesichert.
Welche Vorteile bieten Swap-basierte ETFs?
Man kann sagen, sowohl ein physischer als auch ein synthetischer ETF bildet zuverlässig einen Index ab. Allerdings kommt es bei der Bepreisung oft auf jeden Basispunkt an. Und da können synthetische ETFs gewisse Vorteile bieten. Etwa steuerliche Optimierung der Dividendenbehandlung, Effizienzvorteile bei der Finanztransaktionssteuer oder eine geringere Kapitalertragssteuer. Aber auch, wenn der Index schwer zugängliche Märkte, etwa in den Emerging Markets, abbildet. Dann kann die physische Replikation höhere Kosten bedeuten und eine Swap-Variante oftmals eine Outperformance generieren. Teils haben Swap-basierte ETFs auch einen geringeren Tracking Error und niedrigere Handelskosten.
Wieso können Swaps gerade die Emerging Markets zu attraktiveren Konditionen abbilden?
Weil Investmentbanken in der Regel einen besseren Zugang zu diesen Regionen in Asien, Fernost und Afrika haben. Dann können sie ihre Skaleneffekte im Swap weitergeben, was sich auch im ETF positiv reflektiert.
Welche Treiber gibt es für die Spreads, die Market Maker für ETFs aufrufen?
Natürlich müssen Market Maker gut Bescheid wissen, was genau abgebildet werden soll – das gilt insbesondere für aktive ETFs mit individueller Strategie. Danach wird der Zugang zum jeweiligen Markt angeschaut, und die Kosten. Bei kosteneffizienten Prozessen kann dann der Preisvorteil an die ETF-Partner weitergegeben werden. Auch Skalierungsmöglichkeiten sind ein wichtiger Treiber. Die Basketsize ist hier ein gutes Beispiel. Wenn bei Geldzugängen wenige Anteile abgebildet werden müssen, ist das natürlich von Nachteil, wenn die Untergrenze von der Fondsgesellschaft bei – sagen wir – 50.000 Anteilen definiert ist. Deshalb setzen sich Market Maker oft auch für kleinere Basketgrößen im Primärmarkt ein, damit der Spread enger gehalten werden kann.
Gibt es grundsätzlich Unterschiede in der Handelbarkeit physischer und synthetischer ETFs?
Nein, für beide Varianten gibt es die gleichen Wege, sei es über die Börse, OTC oder andere Verfahren. Aus Anlegersicht sind beide in dieser Hinsicht gleich gut handelbar.
Das ganze Video des Webinars können Sie unter diesem Link ansehen.
Die Referenten:

Tidjan Schaefer
Amundi Deutchland

Frank Morh
Société générale
Quelle: Amundi. Nur für professionelle Investoren und Interessenten von Amundi Asset Management und nicht zur Weitergabe an Dritte. Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management, Stand: 30.04.2026. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen. Herausgeber: Amundi Deutschland GmbH, Arnulfstraße 124–126, D-80636 München.