Altersvorsorge-Depot: Eine neue Ära der Altersvorsorge beginnt

Zusammenfassung

Das AV-Depot ist ein Game Changer für Beschäftigte und Selbstständige

  • Vereinfachte Investition in den Kapitalmarkt
  • Niedrige Einstiegshürden
  • Steuerliche Förderung
  • Höhere Renditeerwartung
  • Keine Garantieverpflichtung
  • Niedrige Kosten
  • Mehr Wahlfreiheit in der Ansparphas
  • Kein Zwang zur VerrentunG
  • Digitale Umsetzung

Share

Twitter

LinkedIn

Email

Marketingmitteilung 

Mit der Neugestaltung der privaten Altersvorsorge schafft die Bundesregierung nichts weniger als einen Paradigmenwechsel hin zur flexiblen Nutzung der Chancen des Kapitalmarktes sowie zur Entlastung der gesetzlichen Rente. „Die Welt der ETFs“ sprach mit Christian Pellis, CEO von Amundi Deutschland, über die Einordnung der neuen Regelung, warum sie überfällig war und was sie konkret für Privatanleger bedeutet.

Herr Pellis, Ende März hat der Bundestag ein neues Gesetz zur Stärkung der privaten Altersvorsorge verabschiedet, das auf die Vorzüge der Kapitalmärkte setzt. Wie bewerten Sie die neue Regelung?

Ein erster wichtiger Schritt ist getan. Wir begrüßen sehr, dass sich die Altersvorsorge nun für die Chancen der Kapitalmärkte öffnet. Und das mit staatlicher Förderung, Steuervorteilen und zudem ganz einfach in der Umsetzung. Letztlich sind Aktien und Anleihen eine grunddemokratische Art der Beteiligung aller Bürger an der Wirtschaftskraft von Unternehmen oder auch der Finanzstärke von Staaten. Wenn man auf die vielen guten kapitalmarktbasierten Altersvorsorgelösungen in anderen Industrieländern blickt, war dieser Schritt überfällig. Denn wie wir alle wissen, besteht für die umlagefinanzierte gesetzliche Rente in Deutschland wegen des demografischen Wandels die Gefahr einer stetig wachsenden Versorgungslücke. Deshalb ist die Stärkung der privaten Säule der Altersvorsorge genau das richtige Signal. Gerade Fonds und ETFs dürften dank ihrer über lange Zeiträume attraktiven Ertragskraft diese Lücke wieder effektiv schließen. Das gilt sowohl für die private als auch für die betriebliche Altersvorsorge. ​​​​​​​​​​​​​​

Was ist denn in Deutschland nun konkret geplant?

Es soll zwei Altersvorsorge-Depot-Varianten geben: Finanzunternehmen wie Banken, Fondsgesellschaften, Online-Broker oder Neobroker können ein sogenanntes Standarddepot anbieten, bei dem die Kosten gedeckelt sind und verschiedene Risikoklassen in einer einfachen Portfoliostruktur zur Wahl stehen. Darüber hinaus dürfen Finanzunternehmen auch ein frei bestückbares Altersvorsorge-Depot zu variablen Kosten für alle Selbstentscheider auflegen. In diesen Altersvorsorge-Depots (AV-Depots) kann eine Vielzahl von Anlageklassen und Wertpapieren genutzt werden, insbesondere auch über ETFs und Fonds mit Aktien und Anleihen. Standard- und AV-Depots haben grundsätzlich keine Garantiepflicht mehr. Garantieprodukte sollen aber weiterhin erlaubt sein, allerdings nur in zwei Produktklassen: mit „80-Prozent-Garantie“ oder mit „100-Prozent-Garantie“. Generell fördert der Staat sämtliche AV-Varianten, etwa mit der steuerlichen Absetzbarkeit der Beiträge sowie der direkten Bezuschussung: Wer selbst 1.800 Euro im Jahr einzahlt, bekommt beispielsweise die maximale Grundzulage von 540 Euro zusätzlich obendrauf. Pro Kind gibt es unter bestimmten Bedingungen noch eine Extrazulage von bis zu 300 Euro pro Jahr. All das schafft einen echten Motivationsimpuls in der breiten Bevölkerung, etwas für den finanziellen Wohlstand im Alter zu tun.

Wie stehen Sie zum Thema Garantie?

Man sollte das Sicherheitsbedürfnis vieler Menschen sehr wohl respektieren. Doch aus unserer Sicht spricht objektiv wenig für eine Garantie – insbesondere bei solch langen Laufzeiten von 20, 30 oder 40 Jahren, wie wir sie beim Thema Altersvorsorge üblicherweise haben. Denn die Absicherung kostet unnötig Rendite, bremst also den Vermögensaufbau und sorgt auch kaum für mehr Anlagesicherheit. Vergleichsreihen des Deutschen Aktieninstituts belegen, dass schon nach zehn Jahren kaum ein Aktien- oder Mischportfolio, das regelmäßig bespart wird, ein Minus aufweist – selbst bei ungünstigen Einstiegszeitpunkten und einer Aktienquote von 100%. Dafür sind die durchschnittlichen Renditeaussichten in einem mit ETFs, Fonds und Aktien sowie Anleihen bestückten AV-Depot umso eindrucksvoller. 

Der Staat bezuschusst das AV-Depot zwar, besteuert es aber dann im Rentenalter wieder mit dem persönlichen Steuersatz. Hat das nicht etwas vom Prinzip „linke Tasche, rechte Tasche“?

Sie haben recht; die USA oder Schweden gehen da einen progressiveren Weg und stellen die AV-Erträge steuerfrei. Bedenkt man allerdings, dass die persönlichen Steuersätze hierzulande während der Erwerbsphase regelmäßig höher sind als in der Ruhestandsphase, dann bietet die deutsche Variante der nachgelagerten Besteuerung grundsätzlich immer noch Vorteile. Als Asset Manager würden wir von Amundi es aber in der Tat bevorzugen, wenn wir wieder zur generellen Steuerfreiheit von Kursgewinnen nach einem Jahr Haltefrist zurückkehren würden, wie das bis 2008 üblich war – und zwar unabhängig davon, ob Privatanleger in ein AV-Depot oder direkt in Aktien, Fonds oder ETFs investieren. 

Das Thema Riester-Produkte hat viele Anleger enttäuscht. Glauben Sie, dass dies eine Bürde für die neue staatlich geförderte private Altersvorsorge sein könnte?

Ich verstehe die Enttäuschung vieler Riester-Anleger. Aber das neue AV-Modell ist ja gerade vor dem Hintergrund dieser negativen Erfahrungen komplett anders gestrickt: Kostendeckel im Standarddepot, keine vorgeschriebene Garantie als „Rendite-Handbremse“, flexible Wahlmöglichkeiten bei Produkt und Anlageklassen. Und das Ganze mit wirklich attraktiver Förderung. Das ist in der Tat ein Quantensprung gegenüber dem Riester-Modell. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass viele Bürgerinnen und Bürger diese neue Chance ergreifen werden. Grundvoraussetzung für eine breite Akzeptanz ist aus unserer Sicht aber auch, dass den Anlegern die Chancen der Kapitalmärkte mittels einer umfassenden Finanzbildungsstrategie nähergebracht werden – und dies sollte bereits in der Schule losgehen. Unsere jährliche Amundi Studie „Digital Decoding“ zeigt beispielsweise, dass es gerade in jungen Zielgruppen enormen Rückenwind für die Themen ETF und Fonds sowie digitale Zugangswege zum Kapitalmarkt gibt und dort enormes Potenzial steckt.

Was raten Sie allen, die staatlichen Lösungen dennoch mit Skepsis begegnen?

Es bleibt beim alten Bonmot: Zeit ist Geld! Fangen Sie früh an, regelmäßig in ETFs und Fonds zu sparen – denn dann eröffnen Sie sich über lange Laufzeiten sehr gute Chancen auf einen substanziellen Beitrag zu Ihrer finanziellen Freiheit im Alter. Sie können bereits heute mit geringen monatlichen Beträgen anfangen, sich an den Chancen der deutschen oder der internationalen Wirtschaft zu beteiligen – und das ganz ohne staatlichen Rahmen und ohne Anträge, Auflagen oder Beschränkungen. Die Zeit ist auf Ihrer Seite, worauf also warten? 

Retail mag

Die Welt der ETFs

Lesen Sie die aktuelle Ausgabe von „Die Welt der ETFs“, dem digitalen Anlegermagazin von Amundi ETF.​​​​​​


Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 15.04.2026. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.