Anlegerverhalten: Was deutsche Investoren bewegt

Zusammenfassung


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Zwischen ETF-Boom, Sparzurückhaltung und digitaler Geldanlage

Wie investieren deutsche Anleger heute? Welche Ziele verfolgen sie, worauf vertrauen sie bei ihren Entscheidungen – und was hält viele Menschen noch davon ab, ihr Geld langfristig anzulegen?

Die aktuelle Decoding Investors Studie zeigt: Deutsche Anleger sind engagiert und interessiert, handeln aber nicht immer mit derselben Sicherheit, mit der sie ihre eigenen Finanzkenntnisse einschätzen. Gleichzeitig verändern ETFs, digitale Plattformen und neue Informationsquellen die Geldanlage nachhaltig.

Digitalisierung und die wachsende Zahl an Bildungsangeboten haben ETFs zum Durchbruch verholfen. Ihr Anteil an den Portfolios von Anlegern wächst weltweit – auch in Deutschland.

Bereits 52 % der deutschen Anleger investieren in ETFs. Für das kommende Jahr wird ein weiterer Anstieg erwartet. Dabei müssen ETF-Anleger keine Finanzexperten sein, um sich mit ihren Anlageentscheidungen wohlzufühlen: Nur 13 % bezeichnen sich selbst als ETF-Experten, gleichzeitig haben jedoch 73 % Vertrauen in ihre Anlageentscheidungen.

Das zeigt: ETF-Anleger verbinden ihre Geldanlage nicht zwingend mit einem umfassenden Expertenwissen. Entscheidend ist vielmehr, dass sie ihre Anlageentscheidungen nachvollziehen können und sich mit ihrer Strategie sicher fühlen.

Anleger sind engagiert und motiviert – unabhängig davon, in welcher Lebensphase sie sich befinden. Dennoch zeigt die Studie, dass das persönliche Selbstvertrauen die tatsächliche Finanzkompetenz mitunter übersteigt.

Nur 59 % der Befragten konnten drei grundlegende Fragen zum Umgang mit Geld richtig beantworten. Unter denjenigen, die sich selbst als erfahrene Anleger bezeichnen, lag der Anteil sogar nur bei 51 %.

Die Ergebnisse verdeutlichen: Selbstvertrauen und Kompetenz sind nicht automatisch dasselbe. Gleichzeitig nimmt das Vertrauen in die eigenen Kenntnisse bei älteren Anlegern tendenziell ab – insbesondere bei Fragen rund um Vermögenserhalt und die Entnahmephase.

Finanzbildung bleibt damit eine wichtige Voraussetzung, damit Anleger ihre Entscheidungen langfristig informiert und selbstbewusst treffen können.

Wer spart, ohne zu investieren, ist nicht zwangsläufig desinteressiert. Viele Sparer verfolgen aktiv langfristige Ziele und wissen, dass Kapitalanlagen beim Vermögensaufbau eine Rolle spielen können. Gleichzeitig halten Unsicherheit und fehlendes Vertrauen zahlreiche Menschen davon ab, den nächsten Schritt zu gehen.

16 % der Sparer haben mehr als 30.000 Euro in bar, während 19 % langfristige Ziele für ihre Ersparnisse verfolgen.

Die wichtigsten Gründe, die Sparer vom Investieren abhalten:

•    37 % haben Angst, Geld zu verlieren.
•    34 % interessieren sich nicht für Geldanlage.
•    13 % halten Geldanlage für riskant oder spekulativ.

Die Zahlen zeigen, dass nicht nur fehlendes Interesse eine Rolle spielt. Für viele Menschen ist die Angst vor Verlusten die entscheidende Hürde. Verständliche Informationen und eine realistische Einordnung von Chancen und Risiken können daher helfen, Berührungsängste abzubauen.

Das wichtigste Anlageziel deutscher Anleger ist der Vermögensaufbau: 56 % nennen Kapitalwachstum als ihr vorrangiges Ziel.

Gleichzeitig haben die wirtschaftliche Unsicherheit und die volatile Marktlage die Bedeutung des Inflationsschutzes erhöht. 43 % der Anleger streben auch an, ihr Vermögen vor dem Wertverlust durch Inflation zu schützen.

Bei der Altersvorsorge zeigt sich zudem eine große Sorge vor finanziellen Engpässen im Ruhestand. Für 43 % der Anleger ist die Deckung der täglichen Grundbedürfnisse das wichtigste Vorsorgeziel. Bei den über 50-Jährigen steigt dieser Anteil auf 48 %.

Anlageentscheidungen dienen damit nicht allein dem langfristigen Vermögensaufbau. Sie sollen zunehmend auch finanzielle Sicherheit und Stabilität gewährleisten.

Die meisten Anleger investieren heute digital – und das unabhängig von Alter und Einkommen. Drei von vier Anlegern, also 75 %, nutzen digitale Plattformen für einen Teil ihres Portfolios.

In Deutschland verwalten Anleger im Durchschnitt bereits 50 % ihres Portfolios über digitale Plattformen.

Damit verschiebt sich auch der Wettbewerb zwischen Anbietern. Künftig wird es nicht mehr nur darum gehen, möglichst viele Anleger digital zu erreichen. Entscheidend wird sein, welchem Anbieter sie einen größeren Teil ihres Portfolios anvertrauen.

Digitale Reichweite allein reicht dafür nicht aus. Nutzer erwarten verständliche Informationen, einfache Prozesse und zunehmend auch Orientierung bei komplexen Anlageentscheidungen.

Anleger greifen heute auf zahlreiche Informationsquellen zurück: professionelle Berater, digitale Plattformen, Influencer und zunehmend auch künstliche Intelligenz.

Die große Verfügbarkeit von Informationen verändert dabei den Wert professioneller Beratung. Es geht nicht mehr nur darum, Informationen bereitzustellen. Beratung muss vor allem dabei helfen, Zusammenhänge zu verstehen, Chancen und Risiken einzuordnen und Vertrauen in die eigene Entscheidung zu entwickeln.

Gerade vor dem Hintergrund volatiler Märkte und zunehmender Komplexität bleibt professionelle Unterstützung gefragt: 60 % der deutschen Anleger nehmen in irgendeiner Form professionelle Beratung in Anspruch.

Gleichzeitig hat sich der Einsatz von KI als Informations- und Beratungsquelle innerhalb eines Jahres verdreifacht. Anleger kombinieren damit zunehmend verschiedene Informationsquellen, anstatt sich ausschließlich auf einen einzigen Zugang zu verlassen.

Fazit: Anleger wollen Sicherheit, Orientierung und Kontrolle

Die Ergebnisse der Decoding Investors Studie zeichnen ein differenziertes Bild deutscher Anleger. ETFs und digitale Plattformen gewinnen an Bedeutung, während klassische Sparmotive wie Vermögensaufbau und Altersvorsorge bestehen bleiben.

Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Anleger trotz grundsätzlichen Interesses noch zögern. Angst vor Verlusten, Unsicherheit und fehlendes Finanzwissen können den Einstieg in die Geldanlage erschweren.

Für Anbieter und Berater bedeutet das: Anleger benötigen nicht nur Zugang zu Produkten und Informationen. Sie suchen vor allem Verständlichkeit, Orientierung und Vertrauen – und zwar über digitale wie persönliche Kanäle.​​​​​​​


WICHTIGE HINWEISE
Dieses Dokument enthält Informationen, die die Ergebnisse und Erkenntnisse einer von Amundi Asset Management S.A.S. durchgeführten Umfrage zusammenfassen. Die darin vorgestellten Einschätzungen und Erkenntnisse dürfen nicht als Anlageberatung, Wertpapierempfehlung oder Indikation für den Handel mit Amundi Produkten interpretiert werden. Dieses Dokument dient ausschließlich Illustrationszwecken und stellt kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren, Fondsanteilen oder Dienstleistungen dar. Obwohl dieses Dokument mit der gebotenen Sorgfalt und Aufmerksamkeit erstellt wurde, übernimmt die Amundi Unternehmensgruppe keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der enthaltenen Angaben und schließt jegliche Haftung – sei es aus Vertrag oder wegen Fahrlässigkeit – gegenüber dem Empfänger dieses Dokuments oder Dritten ausdrücklich aus. Anlagen sind mit Risiken verbunden, darunter politische sowie Markt-, Liquiditäts- und Währungsrisiken. Sofern nicht anders angegeben, sind die hierin enthaltenen Informationen aktuell per September 2026.

Id: 6059873